Das Dorf Törbel

Allgemeine Lage

Törbel liegt am Sonnenhang des Vispertales auf einer Höhe von 1501 m ü. M. und hat eine Fläche von 1784 ha. Sein Gebiet erstreckt sich von der Mattervispe bei Mühlebach, zirka 770 m ü M, bis zum Augstbordhorn, auf 2974 m ü. M. Törbel grenzt an 6 Gemeinden: Im Süden an Stalden und Grächen, im Westen an Embd, im Osten an Zeneggen und im Norden an Bürchen und Unterbäch. Diese Grenze ist identisch mit der Bezirksgrenze zwischen Visp und Westlich Raron. Auf   der Moosalpe auf 2000 m ü. M. dehnt sich ein herliches Hochplateau aus und auf gleicher Höhe, südwestlich davon nur durch den Törbelbach getrennt, ist die Biffigalp. Dies sind die beiden Burgeralpen der Gemeinde Törbel.

 

Die Siedlung

Törbel ist eine der ältesten Siedlungen im Vispertal. In Urkunden von 1224 und 1354 erscheint Törbel unter dem Namen Dorbio, der von Dorwina abgeleitet ist und auf Deutsch Lärchenwald bedeutet. Im Jahre 1100 nannte man es Dorbia, 1224 Dorbio, 1250 Dorbi, 1434 Toerbil, 1531 Terbil und ab 1655 Törbel.

 

Der alte Dorfkern ist meist dicht zusammengebaut, so dass vielfach das obere Haus über das Dach des unteren hinausschaut. Die in den letzten 40 Jahren entstandenen Neubauten sind meisten um den Dorfkern herum gebaut worden und stellen eher ein gelockertes Bild dar und haben auch einen anderen Stiel als die alten Walliser Häuser. Die ältesten Wohnhäuser tragen die Jahrzahl 1477 und 1508 und sind noch bewohnt. Ein Heidenhaus, das noch älter ist, trägt keine Jahrzahl und ist aber ebenfalls noch bewohnt.

 

Törbel hat auch mehrere kleine Weiler. Die drei grössten sind: Burgen, Feld und Brunnen die früher sogar eigene Gemeinden waren. Wann sie mit der Dorfgemeinde zusammengeschlossen wurden, ist nicht bekannt. Diese drei Weiler symbolisieren auch das Törbjerwappen.

 

Pfarrei

Kirchlich gehörte Törbel in frühester Zeit zu Visp. Nachdem Stalden 1535 eine eigen Pfarrei geworden war, wurde auch Törbel dieser angeschlossen. Törbel hatte aber auch zu dieser Zeit schon eine Kapelle, die dem hl. St. Theodul geweiht war, deren Entstehung aber nicht bekannt ist. Im 17. Jahrhundert bemühte sich Törbel für die Gründung einer eigenen Pfarrei. Doch war die Erlaubnis dafür mit der Bedingung verknüpft, ein eigenes Gotteshaus zu entrichten. Dieses Bauvorhaben zog sich über ungefähr 30 Jahre hinaus. 1686 konnte die neue Kirche endlich eingeweiht werden. Die Kirche mit dem schlichtem Barockbau welche ebenfalls wie die Kapelle zuvor dem hl. St. Theodul geweiht war hat ihren Dienst bis zum Jahr 1962 getätigt. Da die Kirche nach 276 Jahren der Dorfbevölkerung gedient hat und auch etwas Baufällig war, musste eine neue Kirche gebaut werden. Diese konnte am 20. Mai 1962 vom Bischof Nestor Adam eingeweiht werden. Ausser der Kirche besitzt die Pfarrei Törbel auch noch 6 stattliche Kapellen.

 

Entwicklung der Bevölkerung

1850 hatte Törbel 508 Einwohner. Verglichen mit Visp, das damals 529 Einwohner aufwies, war es zu dieser Zeit die viertgrösste Gemeinde des Bezirkes. 1950 erreichte es mit 693 Einwohnern die Höchstzahl. Von da an sank die Bevölkerungszahl, bedingt durch den allgemeinen Geburtenrückgang und eine stetige, leichte Abwanderung, auf 495 im Dezember 1980. Die Volkszählung vom Dezember 1990 ergab eine Einwohnerzahl von 564. Zurzeit haben wir eine Bevölkerungszahl von ca. 500.

 

Kulturelles

Die Törbjer betreiben noch heute, wie schon in den letzten Jahrhunderten Landwirtschaft, und Rebbau. Obwohl der Ackerbau in den letzten Jahrzehnten sehr stark zurückgegangen ist, pflegt man aber noch heute die Viehzucht und den Rebbau sehr. Zum Gegensatz zu damals kann man aber heute mit der Landwirtschaft allein nicht mehr überleben. Die Landwirtschaft wird heute, mit wenigen Ausnahmen nur mehr als Nebenerwerb betrieben.

 

Törbel ist auch ein sehr kulturelles Walliserdorf. Vom Verein "Urchigs Terbil" wurde in den letzten Jahren sehr viel unternommen, in dem man verschiedene Gebäude wieder in einen guten Betriebszustand gestellt hat, die damals für unser Dorf ein sehr wichtiger Bestandteil waren. Die Walchi, die Mühle und die Säge beim Törbjerbach, sowie ein alter Stadel, ein Driel, ein Backhaus und eine Kapelle wurden wieder in einen betriebsfähigen Zustand gestellt und sind heute wie früher wieder funktionstüchtig. Auch ein altes Walliserhaus hat man inzwischen noch käuflich erworben, welches in seinem alten Zustand gelassen wurde. Diese sehenswürdigen Gebäude können heute durch einen Rundgang besichtigt werden, welcher vom Verein „Urchigs Terbil“ organisiert und durch fachkundiges Personal durchgeführt wird.

 

Auch das Vereinsgeschehen in unserem Dorf hat in den letzten 50 Jahren einen sehr grossen Aufschwung erlebt. Es wurden zahlreiche Vereine gegründet, die nach wie vor das kulturelle Image der Gemeinde Törbel prägen.

 

Klima

Törbel hat ein gemäßigtes Klima, das sich durch grosse Trockenheit charakterisiert. Durch seine Lage an einem steilen Südhang ist es einer intensiven Sonnenbestrahlung ausgesetzt. Deshalb ist auch das Kulturland sehr fruchtbar und liefert bei genügender Feuchtigkeit ergiebige Erträge. Da der Ort aber in der niederschlagsärmsten Zone der Schweiz liegt, war man früher auf eine künstliche Bewässerung angewiesen gewesen. Diese mühsame und zeitaufwendende Arbeit wurde zum grössten Teil durch Berieselungsanlagen ersetzt.

 

Tourismus

Törbel ist nicht ein all zu grosse Tourismusgemeinde, aber daher für solche die Ruhe und Erholung suchen ein sehr idyllischer Ort. Mit unseren zwei Restaurants auf der Moosalp (Moosalp und Dorbia), das Hotel Weisshorn und das Pistrotto im Dorf sowie einem Ferienlager für Gruppen, fallen unsere Übernachtungszahlen sehr bescheiden aus. Die Übernachtungen in der Parahotelerie haben aber in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen.

 

Törbel ist aber auch ein sehr schönes Wandergebiet und kann dem Gast sehr viele Wanderrouten anbieten. Besonders die Wanderwege zwischen Törbel, Zeneggen und Bürchen ist eine Wandertour wert. Auch der Höhenweg von Zeneggen auf die Moosalp nach Jungen St. Niklaus lässt jedem Wanderer das Herz höher schlagen. Auch der am 9. August 2003 eröffnete Yaks-Pfad von Törbel nach Embd „rote Flüe“, ist eine schöne Wandertour. Aber auch ein kleiner Ausflug von ca. 30 Min. von der Moosalp auf den Stand 2122 m ü. M., von wo aus ein schönes Panorama von über 50 Berge betrachtet werden können, (davon 11 4-Tausender), erinnert jeden Wanderer an die Schönheit unserer Bergwelt. Wer aber seine sportliche Fähigkeit unter Beweis stellen möchte, der kann auch eine Bergtour von der Moosalp auf das 2974 m ü. M. gelegene Augstbordhorn unternehmen, welches auch der höchste Punkt von Törbel ist.

 

Wer im Winter bei uns Erholung sucht, der kann auch bei uns Skifahren, Snowboarden und auch Langlaufsport betreiben. Mit unseren zwei Skiliften auf der Moosalp, die mit fünf weiteren Anlagen von Bürchen verbunden sind und zusammen die Moosalp AG bilden, können wir dem Gast auch im Winter schöne sportliche Ferien anbieten. Die über 10 km gespurte Lang-laufloipe auf der Moosalp über 2000 m ü. M., ist ein ideales Langlaufgelände für den, der Erholung und die Stille sucht. Die Zufahrtsstrasse von Törbel auf die Moosalp ist auch im Winter offen und die zwei Bergrestaurants, das Moosalp und das Dorbia sorgen auch im Winter für das leibliche Wohl des Gastes.

 

 Anton Lorenz

 

Unter Törbel können Sie folgende Fotos anschauen:

 

Das Dorf in den vier Jahreszeiten -Häuser in der Bauzone -Weiler von Törbel und deren Häuser –Alphütten auf der Moosalp und Bifigalp –Häuser die nicht einem Weiler zugeordnet werden können -Öffentliche Gebäude und Spezielle Gebäude.

 

Auf dem Gemeindegebiet von Törbel gibt es zurzeit 358 Häuser die ich in den letzten Jahren fotografiert habe. Davon sind 160 in der Bauzone und 198 auf dem restlichen Gemeindegebiet. Jedes Haus habe ich einzeln aufgenommen und kann hier betrachtet werden. Der Weiler Barlei und Umgebung habe ich noch nicht fertig fotografiert, werde es aber später noch nachholen. Die Eigentümer habe ich wegen dem Datenschutz nicht aufgeführt.

 

Ich wünsche Euch viel Spass beim Betrachten der Bilder und hoffe, dass Sie die Häuser erkennen können, welchem Eigentümer sie gehören.

 

Toni Lorenz